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Geschichte


KVA Am 13. Juli 1920 hat die Nationalversammlung das Gesetz betreffend die Krankenversicherung der Staatsbediensteten beschlossen. Sechs Monate nach dessen Kundmachung hat am 22. Jänner 1921 die Krankenversicherungsanstalt der Staatsbediensteten (KVA) ihren Betrieb aufgenommen.

Die Schaffung einer Krankenversicherung für Staatsbedienstete erfolgte unter den Eindrücken der Nachkriegszeit und der damit verbundenen großen Veränderungen auch in der Beamtenwelt nach dem Zusammenbruch der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Die Staatsbediensteten hatten damals zwar schon Anspruch auf Gehaltsfortzahlung im Erkrankungsfall, die Kosten für Behandlungen durch Ärzte oder in Krankenanstalten mussten sie jedoch selbst tragen. Viele Beamte kamen dadurch in hohe Verschuldung oder Notlage. Durch das neue Gesetz wurden ihnen der Anspruch auf eine Reihe von - für damalige Verhältnisse grundlegend neue - Leistungen eingeräumt:

  • die leistungsmäßig völlige Gleichstellung von Versicherten und ihren mitversicherten Angehörigen
  • ein auf Einzelleistungen basierendes Honorierungssystem
  • die freie Arztwahl
  • die Entrichtung einer Arztgebühr (Behandlungsbeitrag)
  • den Einbau der Leistungen der Erweiterten Heilbehandlung in die Krankenversicherung

Diese Grundsätze prägen auch heute noch das Sozialversicherungsrecht der Beamten und haben im Laufe der Jahrzehnte auch die übrigen Krankenversicherungsbereiche beeinflusst.

Innerhalb der vom Gesetzgeber vorgegebenen sechsmonatigen Frist wurden Dienststellen errichtet und der Bürobetrieb organisiert sowie die Selbstverwaltungskörper konstituiert.

In Wien war die KVA zunächst in Räumen des Sozialministeriums untergebracht, im Jahr 1922 konnte das Gebäude im 8. Bezirk in der Wickenburggasse 8 angeschafft werden, in dem bis Mitte 1984 die Hauptstelle sowie die Landesstelle für Wien, NÖ und Bgld. untergebracht waren. Seither besteht das neue Bürohaus in der Josefstädter Straße 80.

Die Krankenversicherung der Beamten erfuhr ständige Erweiterungen hinsichtlich des versicherten Personenkreises und der Leistungen. Im Jahr 1938 wurde Österreich in das Deutsche Reich eingegliedert, das eine derartige Beamten-Krankenversicherung nicht kannte. Trotzdem blieben die bisherigen Bestimmungen in Kraft, allerdings wurde die Selbstverwaltung aufgelöst, die Anstalt von staatlichen Organen direkt verwaltet und in Beamten-Krankenfürsorgeanstalt der Alpen- und Donaureichsgaue umbenannt.

Nach dem Kriegsende 1945 wurden die Gesetzesbestimmungen zum Stand von 1937 wiederbestätigt, die Anstalt in KVA rückbenannt und 1949 die Selbstverwaltung wieder eingeführt.

Weitere Änderungen erfolgten im Zusammenhang mit der Einführung des ASVG im Jahr 1955, die bereits im Urgesetz enthaltenen Grundsätze blieben jedoch unverändert. Die bedeutendsten Neuerungen der letzten Jahrzehnte erfolgten 1967, als die Unfallversicherung als zusätzlicher Versicherungszweig eingeführt und dadurch die Kurzbezeichnung KVA in BVA geändert wurde.

Weitere Meilensteine waren die Einführung der Rehabilitation als zusätzlicher Aufgabenbereich der Krankenversicherung im Jahr 1977 und die Übertragung der Aufgaben des Bundespensionsamtes an die BVA im Jahr 2007.

Heute zählt die BVA zu den größten Krankenversicherungsträgern Österreichs.