DRUCKEN

Projektablauf und -instrumente


up

Projektablauf


Ein Gesundheitsförderungsprojekt erstreckt sich in der Regel über einen Zeitraum von etwa 2 Jahren. Um den Erfolg zu gewährleisten, sind sorgfältige Planung und strukturierte Projektarbeit unerlässlich.

Grafik Projektablauf

Vorprojektphase

Der erste und wohl wichtigste Schritt ist die Herstellung eines tragfähigen Grundkonsenses in der Dienststelle sowie die Installierung der Steuerungsgruppe. Diese trifft die Grundsatzentscheidungen:

  • Definieren der Projektziele
  • Festsetzen des Budget- und Zeitrahmens
  • Auswählen der Projektinstrumente


Die Steuerungsgruppe plant und initiiert auch den Kick-off. Dieser dient zur Information der MitarbeiterInnen über Ziele, Inhalt und Ablauf des Projekts.

Analysephase

Möglichkeiten zur Analyse des Ist-Zustandes sind Fragebogenaktionen, MitarbeiterInnenbefragung und Krankenstandsauswertungen. Besonders wichtig ist dabei die Wahrung der Anonymität. Mit dem ersten Gesundheitsbericht wird der Ist-Zustand dokumentiert und allen MitarbeiterInnen zur Kenntnis gebracht wird.

Umsetzungsphase

Nach Abschluss der Analyse werden im Auftrag der Steuerungsgruppe die Gesundheitszirkel installiert. In den Gesundheitszirkeln werden Gesundheitsbelastungen in der Dienststelle thematisiert und Lösungen erarbeitet. Die Sitzungen der Gesundheitszirkel werden von einer Gesundheitszirkelleiterin oder einem Gesundheitszirkelleiter moderiert. Die Leiterin oder der Leiter fassen die Ergebnisse zusammen und präsentieren diese der Steuerungsgruppe.

Zum Projektende wird ein zweiter Gesundheitsbericht erstellt. Darin werden die Ergebnisse dokumentiert und das Ausmaß der Zielerreichung überprüft.

Nachprojektphase

In dieser Phase wird die Struktur für ein nachhaltiges Gesundheitsmanagement geschaffen, Gesundheit wird somit Teil der Führung- und Dienststellenkultur.

up

Projektinstrumente

Steuerungsgruppe Grafik neu

Die Steuerungsgruppe

Die Steuerungsgruppe muss über die notwendige Entscheidungskompetenz für Veränderungen an Arbeitsabläufen und Arbeitsplätzen und den Einsatz von Ressourcen – personeller und finanzieller Natur – verfügen.

Zusammensetzung

  • Dienststellenleitung (strategisches und operatives Management)
  • Personalleitung
  • Mitglieder der Belegschaftsvertretung
  • Präventivfachkräfte (ArbeitsmedizinerInnen, Sicherheitsfachkräfte)
  • Eventuell externe BeraterInnen (ManagementberaterInnen/Sozialversicherungsträger)


Aufgaben

  • Grundsatzentscheidung über das Projekt (Ziele, Budget, Umfang, Dauer)
  • Beschlussfassung über Instrumente der Ist-Analyse
  • Beschlussfassung über Struktur und Einsetzung der Gesundheitszirkel
  • Umsetzung von Gesundheitsförderungsmaßnahmen
  • Kontrolle der Projektmaßnahmen
  • Projektmarketing

Arbeitsweise

  • Treffen finden nach Bedarf, im Regelfall zwei bis vier mal im Jahr, statt
  • Aufgaben können auch an das Projektteam delegiert werden


Das Projektteam

In großen und mittelgroßen Dienststellen ist es zweckmäßig, ein Projektteam mit der Durchführung des Projektmanagements zu betrauen. Die Arbeitsaufträge erhält das Projektteam von der Steuerungsgruppe. In diesem Team sollen für das Thema Gesundheitsförderung zuständige MitarbeiterInnen sitzen. Das Projektteam ist Bindeglied zwischen Zirkeln und Steuerungsgruppe und berät und unterstützt die ZirkelleiterInnen. Das Projektteam schlägt der Steuerungsgruppe aufgrund der Ergebnisse der Ist-Analyse und der Zirkelarbeit gesundheitsfördernde Maßnahmen vor. Das Projektteam veranlasst, koordiniert und kontrolliert die Umsetzung der Maßnahmen.

Zusammensetzung

  • ProjektleiterIn
  • ArbeitsmedizinerIn
  • Sicherheitsfachkraft
  • Betriebsratsmitglied/Personalvertretung
  • Eventuell externe BeraterIn


Aufgaben (je nach Beauftragung durch die Steuerungsgruppe)

  • Präzisierung der Projektziele
  • Durchführung der Umfeldanalyse
  • Auswahl von Instrumenten zur Ist-Analyse
  • Festlegung der Struktur der Gesundheitszirkel
  • Erarbeitung eines Projektplans mit Zeitplan und Meilensteinen
  • Ausarbeitung einer Projektvereinbarung

Arbeitsweise

Sitzungen finden nach Bedarf statt.


Die Gesundheitszirkel

Idee der Gesundheitszirkel ist die Erkenntnis, dass die Aktivierung des Kreativitäts- und Motivationspotentials der MitarbeiterInnen entscheidend zur Erreichung von Zielen  – im vorliegenden Fall dem Ziel „Gesundheit“ – in der Dienststelle beitragen kann.

In der Regel wissen die MitarbeiterInnen selbst am besten wo und woran es fehlt oder krankt und können sehr wirkungsvoll zur Gesundheitserhaltung bzw. - wiederherstellung beitragen.

Zusammensetzung

  • GesundheitszirkelleiterIn ist ein/e für diese Aufgabe ausgewählte/r und ausgebildete/r Mitarbeiter/in oder ein/e externe/r Moderator/in
  • TeilnehmerInnen sind MitarbeiterInnen (4 – 8 Personen) gleicher oder unterschiedlicher hierarchischer Ebenen, die aus Arbeitsbereichen mit gleichen oder ähnlichen Tätigkeiten stammen


Aufgaben

  • Eruieren von arbeitsbelastenden aber auch gesundheitsfördernden Faktoren laut Auftrag und Zielvorgabe durch die Steuerungsgruppe und durch Einbringen eigener Erfahrungen
  • Analyse der daraus resultierenden Gesundheitsressourcen und -belastungen
  • Erarbeitung von technischen, organisatorischen und personenbezogenen Verbesserungs- und Lösungsvorschlägen
  • Zusammenfassung der Belastungen und Lösungsvorschläge in einem Bericht, wobei nach Dringlichkeit und Wichtigkeit zu werten ist


Arbeitsweise

  • Zirkelsitzungen finden in einem bestimmten Zeitraum - zumindest 3 bis 6 Monate - einmal wöchentlich bis monatlich für ca. 2 Stunden
  • ZirkelleiterIn präsentiert den Bericht der Steuerungsgruppe, die über die Realisierung der Lösungsvorschläge entscheidet und Maßnahmen zur Umsetzung genehmigt