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Rezeptgebührenbefreiung

Durch die Behandlung von Krankheiten und Gebrechen entstehen oft sehr hohe Medikamentenkosten, die zu einer erheblichen finanziellen Belastung der Versicherten führen können. Daher besteht die Möglichkeit, unter bestimmten Voraussetzungen von der Entrichtung der Rezeptgebühr befreit zu werden.


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Befreite Personen

Von der Rezeptgebühr befreit sind Personen mit

  • anzeigepflichtigen übertragbaren Krankheiten und
  • besonderer sozialer Schutzbedürftigkeit


Info

Versicherte, die von der Rezeptgebühr befreit sind, sind auch beim Bezug von Heilbehelfen und Hilfsmitteln von der Entrichtung des Selbstbehaltes befreit.
Auch die Zuzahlungen für Kur-, Genesungs-, Rehabilitations- und Präventionsaufenthalte entfallen bei befreiten Versicherten.

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Sozial schutzbedürftige Personen

Folgende Personen gelten als besonders sozial schutzbedürftig und können mit dem dafür vorgesehenen Formular einen Antrag auf Befreiung von der Rezeptgebühr stellen (sh. Link Formulare):

  • Personen, deren Nettoeinkommen den Richtsatz für die Ergänzungszulage nicht übersteigt
  • BewohnerInnen eines Alten- oder Pflegeheimes, deren Einkommen zu einem großen Teil durch die Heimkosten gebunden ist und die nur ein geringes Taschengeld beziehen und
  • Personen, deren Familien-Nettoeinkommen im Verhältnis zur Anzahl der Familienmitglieder sehr niedrig ist

Ebenfalls sozial schutzbedürftig sind

  • Personen, die eine Ergänzungszulage zu ihrem Ruhegenuss oder auch Versorgungsgenuss (die sogenannte "Mindestpension") beziehen
    Diese Personen sind ohne Antrag von der Rezeptgebühr befreit.

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Richtsätze für die Befreiung

Für die Befreiung von der Rezeptgebühr gelten folgende Richtsätze:

Richtsätze für die Befreiung von der Rezeptgebühr
Personengruppe Richtsatz
Alleinstehende bis zu einem
Nettoeinkommen von
EUR 882,78      
 
Ehepaare/eingetr. Partner bis zu einem Nettoeinkommen von EUR 1.323,58      
 
für jedes mitversicherte Kind
erhöht sich der Richtsatz um
EUR 136,21      


Für Personen, die wegen eines Gebrechens oder Leidens einen erhöhten Medikamentenbedarf nachweisen können, wie chronisch Kranke, erhöhen sich diese Richtsätze um 15 %:

Erhöhte Richtsätze für die Befreiung von der Rezeptgebühr
Personengruppe Richtsatz
Alleinstehende bis zu einem
Nettoeinkommen von
EUR 1.015,20   
Ehepaare/eingetr. Partner bis zu einem Nettoeinkommen von EUR 1.522,12   
     
für jedes mitversicherte Kind
erhöht sich der Richtsatz um
EUR 136,21   
       

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Nachsichten

Für Versicherte, die von der Rezeptgebühr befreit sind, besteht auf formlosen Antrag die Möglichkeit, dass bezahlte Behandlungsbeiträge bis zu einem Jahr rückwirkend und auch für die Zukunft - auf die Dauer der Rezeptgebührenbefreiung, längstens aber für ein Jahr - zurückgezahlt oder nachgesehen werden.

Bei Überschreiten einer monatlichen Belastungsgrenze können auch Versicherte, die nicht von der Rezeptgebühr befreit sind, Beträge zurückgezahlt oder nachgesehen bekommen. Mehr dazu erfahren Sie rechts auf der Linkleiste unter Nachsicht des Behandlungsbeitrages. 

linkInformationsblatt BB-Nachsicht (146.4 KB)