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Angiographie


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Das Untersuchungsteam

Angiographieteam

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Beschreibung

Die Herzkatheteruntersuchung ist eine Röntgenuntersuchung des Herzens, wobei durch Vorschieben eines Herzkatheters, das ist ein 2 mm dünner Plastikschlauch, von der Schlagader in der Leiste oder vom linken Handgelenk bis zum Herzen durch Einspritzen von Röntgenkontrastmittel die Herzkranzgefäße dargestellt werden.

Dadurch erkennt der Arzt, ob Gefäßengen oder Gefäßverschlüsse in den Herzkranzgefäßen (= Koronararterien) vorliegen.

Klicken Sie auf den Link unterhalb der Bilder um den entsprechenden Film sehen zu können.

rca

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linkGefäßdarstellung mit Engstelle vor Ballondehnung

rca nach ptca

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linkGefäßdarstellung mit Engstelle nach Ballondehnung

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Warum ist diese Untersuchung notwendig?

Aufgrund Ihrer Beschwerden und/oder der bisherigen Untersuchungen wie Belastungs-EKG, Herzultraschall oder Herzmuskelszintigraphie ist der Arzt der Meinung, dass sich an Ihren Herzkranzgefäßen Engstellen gebildet haben, die unter Belastung, möglicherweise auch schon in Ruhe zu einer Blutmangelversorgung des Herzens, oft verbunden mit Herzbeschwerden (= Angina pectoris) führen und letztendlich in einem mitunter tödlichem Herzinfarkt enden können.

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Vorbereitung

Die Herzkatheteruntersuchung (= Koronarangiographie) wird nur stationär durchgeführt, d.h. die Aufenthaltsdauer auf der Überwachungs- bzw. Intensivstation beträgt mindestens 2 Tage.

Vor der Untersuchung führt der behandelnde Arzt noch ein genaues Aufklärungsgespräch mit Ihnen und Sie werden ganz genau über die geplante Untersuchung informiert.

Vor der Untersuchung müssen die Patienten mindestens 6 Stunden nüchtern sein, d.h. Sie dürfen nicht Essen und Trinken. Die Medikamente werden wie vom Arzt vorgeschrieben mit wenig Flüssigkeit eingenommen.

Unabhängig, ob die Untersuchung über den Arm (= Radialisangiographie) oder über die Leiste geplant ist, werden üblicherweise beide Leisten ausrasiert.

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Was spürt man?

Auch wenn Sie anderes gehört oder gelesen haben, die Herzkatheteruntersuchung ist nicht schmerzhaft!

Sie bemerken lediglich ganz kurz den Einstich für die lokale Betäubung bzw. die Punktion mit einer dünnen Nadel. Nachdem ein Zugang (Schleuse) gelegt ist, verläuft die weitere Untersuchung völlig schmerzlos.

Das Vorschieben der diversen Katheter über die Handgelenks- oder Leistenarterie bzw. das Wechseln derselben wird vom Patienten nicht verspürt.

Unmittelbar nach Ende der Herzkatheteruntersuchung kann Ihnen der Arzt bereits das Ergebnis mitteilen. Wahrscheinlich kann er Ihnen auch gleich sagen, ob eine medikamentöse Therapie, eine Bypassoperation oder eine Ballondehnung notwendig ist.

Letztere wird bei rund zwei Drittel der Patienten sofort im Anschluss an die Untersuchung durchgeführt.

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Nach der Untersuchung

Üblicherweise kann der Patient spätestens 6 Stunden nach einer Herzkatheteruntersuchung bereits aufstehen, seit der Verwendung von diversen Verschlusssystemen kann der Patient meist bereits nach 1 Stunde das Bett verlassen.

Diese Verschlusssysteme können aber nicht bei jedem Patienten angewandt werden. Am Morgen des darauffolgenden Tages wird die Punktionsstelle noch einmal vom Arzt kontrolliert und das Ergebnis der Untersuchung mit Ihnen besprochen.

Sollte nur eine medikamentöse Therapie notwendig sein, können Sie meist einen Tag nach der Herzkatheteruntersuchung die Station verlassen.

Wichtig für Sie ist es in jedem Fall, die vorgeschriebenen Medikamente genau einzunehmen und die mit Ihnen besprochenen Verhaltensweisen einzuhalten.

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Ballondehnung - PTCA - Stent

Bei mehr als einem Drittel aller Patienten, bei denen eine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt wurde, wird sofort oder zu einem späteren Zeitpunkt eine Ballondehnung durchgeführt.

Ist eine Ballondehnung notwendig, so wird derzeit bei rund drei Viertel der Patienten in Österreich die Ballondehnung gleichzeitig mit der diagnostischen Herzkatheteruntersuchung durchgeführt.

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Ballondehnung - Bild

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Warum ist eine Ballondehnung notwendig?

Im Rahmen Ihrer Herzerkrankung ist es zur Entwicklung einer Engstelle in einem oder mehreren Ihrer Herzkranzgefäße gekommen. Die Ursachen dafür sind vielfältiger Natur und können unter dem Link "Ursachen der koronaren Herzkrankheit" nachgelesen werden.

Diese Engen sind Ablagerungen von Cholesterin, anderen Fetten und Blutplättchen, im Volksmund werden diese Ablagerungen bzw. Engstellen auch als "Gefäßverkalkung" bezeichnet.

Durch diese Engstellen kommt bei Belastung oder Aufregung zu wenig Blut und damit Sauerstoff zu Ihrem Herzmuskel. Dies kann sich (muss aber nicht!) durch die sogenannte Angina pectoris äußern. Dabei kommt es zu einem Druck hinter dem Brustbein, der in Ruhe und nach der Einnahme von Nitroglycerin wieder sistiert.

Häufig strahlen die Schmerzen in den Hals, in den Unterkiefer sowie in die Arme und gelegentlich auch in die Magengegend aus.

Kommt es im Rahmen der Erkrankung zu einem kompletten Gefäßverschluss, dann entwickelt sich üblicherweise ein Herzinfarkt.

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Wie werden verengte Herzkranzgefäße aufgedehnt?

Die Ballondehnung verläuft ähnlich wie die Herzkatheteruntersuchung.

Dabei wird nun ein Ballon in die Engstelle vorgeschoben und die Engstelle mit dem Ballon aufgedehnt. Während dieses Vorganges können Sie kurzfristig einen Druck hinter der Brust verspüren.

Durch die Dehnung des Gefäßes wird die vorher bestehende Engstelle beseitigt. Bei über 80 % der Ballondehnungen erfolgt dann im Anschluss an die Ballondilatation sofort die Implantation eines sogenannten Stents (Drahtgitter).

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Was ist ein Stent?

Stent


Stents sind mittels Ballonkatheter verankerte Gefäßprothesen, die eine Abstützung der Gefäßwand bewirken (siehe Abbildung).

Dabei wird nach erfolgreicher Dilatation einer Engstelle in den Herzkranzgefäßen auf den Dilatationsballon diese Gefäßprothese aufgebracht und im Bereich der vorweg aufgedehnten Dilatationsstelle von innen nach neuerlichem Aufblasen des Ballons in die Gefäßwand eingepresst.

Dadurch wird die Wiederverengungsrate dieses Herzkranzgefäßes die nach alleiniger Ballondilatation bei ca. 30 % liegt, auf unter 10 % reduziert, da die Stentimplantation zu einer effektiveren Aufrechterhaltung des dilatierten Gefäßlumens führt. Weiters kommt es nach Stentimplantation auch zu einer Verminderung von Komplikationen wie z.B. neuerlichen Herzinfarkten.

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Probleme der Ballondehnung

Die Ballondehnung bzw. die Stentapplikation ist ein seit vielen Jahrzehnten etabliertes Verfahren. Die Erfolgsrate ist sehr hoch. Dennoch kann es im Einzelfall zu Problemen bzw. Komplikationen kommen.

Deshalb steht während der Untersuchung ein Chirurgenteam bereit, um im Notfall eine akute Bypassoperation durchführen zu können. Die Wahrscheinlichkeit für eine akute Bypassoperation liegt deutlich unter 0,5 % aller Ballondehnungen. Ein Platzen des Gefäßes während der Dehnung ist unmöglich!

In ganz seltenen Fällen kann es zu einem Verschluss an der Engstelle kommen und sich ein Herzinfarkt entwickeln. Mit den derzeit verfügbaren Techniken kann das aber meist verhindert werden.

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Nachsorge

Üblicherweise kann ein Patient nach PTCA spätestens nach 1 Woche wieder arbeiten bzw. sich körperlich belasten.

Wie mit dem Arzt vereinbart, sollten Sie die vorgesehenen Kontrolluntersuchungen durchführen. Meist ist dies ein Belastungs-EKG nach 3 oder 6 Monaten.

Wenn Sie neuerlich einen Druck auf der Brust bei Belastung oder Aufregung verspüren, ist es möglicherweise zu einer Wiederverengung gekommen. In diesem Fall suchen Sie bitte sofort den Arzt auf. Die Wiederverengungsrate liegt je nach Ausgangssituation bei 5 bis 20 %!

Weiters müssen Sie unbedingt die vorgeschriebenen Medikamente einnehmen. Diese sollen eine Blutgerinnselbildung an der aufgedehnten Engstelle verhindern.

Für einen dauerhaften Heilerfolg wäre es sehr gut, wenn Sie mit dem Rauchen ganz aufhören und Ihr Körpergewicht im normalen Bereich bleibt. 

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Untersuchungs-/Interventionsdauer

30 - 60 Minuten