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Neuropsychologie


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Was versteht man unter klinischer Neuropsychologie?

Die klinische Neuropsychologie ist ein Spezialgebiet der Psychologie und beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Schädigungen des Gehirns auf das menschliche Erleben und Verhalten.

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Was wird untersucht?


Untersucht werden "höhere kognitive Leistungen", wie  

  • Orientierung
  • Aufmerksamkeit und Konzentration
  • Lern- und Merkfähigkeit (Gedächtnis)
  • visuelle Wahrnehmung
  • konstruktive Fähigkeiten
  • Sprachverständnis und -produktion
  • Lesen und Schreiben
  • schlussfolgerndes Denken, Planen und Problemlösen
  • intellektuelles Niveau

sowie die Persönlichkeit und die Befindlichkeit des Menschen.

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Ursachen und Auswirkungen von Schädigungen des Gehirns

Nach verschiedenen Erkrankungen des Gehirns kann es zu vorübergehenden oder dauerhaften Funktionsbeeinträchtigungen ("disabilities") und Problemen im beruflichen und sozialen Alltag ("handicaps") kommen.

Mögliche Ursachen sind Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma, Tumor, Sauerstoffmangel, Epilepsie, entzündliche Prozesse, Demenz etc. 

Beispiele möglicher Schwierigkeiten im Alltag:

  • Nicht mehr lesen können
  • Probleme, etwas zu planen
  • Schwierigkeiten beim Anziehen
  • Schwierigkeiten im Umgang mit Maschinen
  • Schwierigkeiten beim Autofahren etc. 


Fragen, die sich in weiterer Folge stellen, sind z.B.

  • Werde ich zu Hause zurechtkommen?
  • Werde ich wieder arbeiten gehen können?
  • Werde ich wieder mit dem Auto fahren können?

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Aufgaben der klinischen Psychologie

Neuropsychologische Diagnostik:

Die neuropsychologische Diagnostik erfasst mittels spezieller standardisierter Verfahren (z.B. Computertests) sowohl Defizite als auch erhaltene Leistungen eines Patienten und ist Basis für eine gezielte Therapie.

Einen besonderen Stellenwert nimmt auch die Verhaltensbeobachtung ein.

Behandlung und Rehabilitation:

Nach vorangegangener Diagnostik und unter Berücksichtigung der individuellen Ziele und Bedürfnisse des Patienten wird ein maßgeschneidertes Therapiekonzept erstellt.

Die Behandlung erfolgt alltagsorientiert und muss im Verlauf dem jeweiligen aktuellen Stand angepasst werden (Veränderung des Schwierigkeitsgrades, Training weiterer Funktionen).

Wichtige Voraussetzungen für den Erfolg der Behandlung sind die Einsicht und Kooperation des Patienten.

Ziel der Rehabilitation ist die bestmögliche Wiederherstellung (Ressourcen nutzen) der beeinträchtigten Leistungen. Vorrangig ist dabei die Erhaltung bzw. Verbesserung der Lebensqualität des Patienten in familiärer, sozialer und beruflicher Hinsicht.

Prinzipien der neuropsychologischen Rehabilitation:

  • Restitution : Wiederherstellen der beeinträchtigten Leistung
  • Kompensation : Defizite werden aufgrund erhaltener Leistungen ausgeglichen
  • Substitution : Einsatz von Hilfsmitteln
  • Adaptation : die Umwelt den Erfordernissen anpassen


Evaluation:

Eine therapiebegleitende Diagnostik oder Kontrolluntersuchung ermöglicht es, die Wirksamkeit der Maßnahmen und den Verlauf zu beurteilen.

Psychologische Unterstützung von Patienten und Angehörigen:

Neuropsychologische Symptome sind oft sowohl für den Betroffenen als auch für die Angehörigen schwer zu verstehen. Immer wieder kommt es zu Spannungen und Überlastungsreaktionen. In vielen Fällen reagiert auch die Umwelt verständnislos bzw. negativ.

Eine Unterstützung der Patienten und ihrer Angehörigen ist daher unumgänglich und sowohl für den Therapieerfolg als auch den Alltag und die Lebensqualität von großer Bedeutung.

Es geht nicht nur darum, aufzuklären und die Einsicht zu fördern, sondern auch um Krisenintervention und die Begleitung im Prozess der Krankheitsverarbeitung.

Stressmanagement ist im Hinblick auf die Prävention von Folgeerkrankungen von großer Bedeutung.

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Spezieller Teil - Klinische Neuropsychologie in unserem Therapiezentrum

linkKlinische Neuropsychologie im Therapiezentrum Buchenberg