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Pflegekonzept nach Orem

Dorothea E. Orem ist eine der bekanntesten amerikanischen Pflegetheoretikerinnen. Geboren in Baltimore, Maryland, begann sie ihre Pflegekarriere mit der Diplomierung 1930.1945 beendete sie die Ausbildung zum "Master´s of Science in nursing education. "Bereits Ende der fünfziger Jahre entwickelte sie die Ideen ihrer Pflegetheorie. Diese wurden 1971 erstmals in "Nursing concepts of practice" veröffentlicht. Bisher erschienen 3 Neuauflagen und D. E. Orem erhielt 1976 den Titel "Dr. der Wissenschaft" für die Entwicklung ihrer Selbstpflege-Defizit-Theorie verliehen. Ihre Theorie wird auch heute noch weltweit als Grundlage für pflegerisches Handeln verwendet.


Als eines der wichtigsten Ziele in der Pflege wird somit bei uns angesehen:

Die Selbstpflegekompetenzen der Patienten so zu erweitern oder wiederherzustellen, dass sie die im Rahmen der Erkrankung aufgetretenen Selbstpflegedefizite selbst (bzw. mit Hilfe der Angehörigen) kompensieren und die Selbstpflegeerfordernisse erfüllen können.

Menschen dabei helfen, ihren eigenen Selbstpflegebedarf sowie den Pflegebedarf der von ihnen abhängigen Personen zu erfüllen. (Fawcett, 1996, S. 280, Orems Selbstpflegemodell)

Orem sieht den Menschen als ein vollständiges, funktionstüchtiges Ganzes mit einer starken Eigenmotivation, für sich selbst zu sorgen.

Jeder Mensch hält mit seinen Handlungen demnach eine Balance aufrecht zwischen den Anforderungen, die an seine Selbstfürsorge gestellt werden - Selbstpflege-Erfordernisse - und seinen Fähigkeiten, diesen Anforderungen gerecht zu werden. Orem bezeichnet dieses Phänomen als Selbstpflegefähigkeit. Sie geht folglich davon aus, dass der Mensch in der Auseinandersetzung mit seinem sozialen Umfeld Selbstpflegekompetenzen erwirbt und umsetzen kann.

Kommt es zu einer Störung des Gleichgewichtes zwischen den Selbstpflege-Erfordernissen und den Selbstpflegekompetenzen, so entsteht ein Selbstpflege-Defizit.

Professionelle Pflege setzt nach Orem erst und nur dann ein, wenn die Ressourcen der PatientInnen nicht ausreichen, um die Selbstpflegedefizite zu kompensieren.

Für die Praxis können Patienten(pflege)ziele daher lauten:

Selbständigkeit im Bereich der Körperpflege (ev. Teilbereiche), des Kleidens, beim Transfer vom Rollstuhl auf die Toilette, bei der Medikamentenvorbereitung etc.